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Dienstag, 9. Juli 2013

Mercatorritt 2013

Letztes Jahr haben Tyske und ich ja mit der AN-Team-Distanz unseren ersten Distanzritt absolviert. Das hat erstaunlich gut geklappt und so habe ich mich dann gefreut, mit dem Mercatorritt in Gangelt auch dieses Jahr einen Distanzritt in erreichbarer Nähe zu haben. Kurz entschlossen habe ich uns für den 28 km-Einführungsritt genannt. 

Da das Verladen nach wie vor nicht so ganz problemlos funktioniert, wollte ich schon Freitagnachmittag anreisen und vor Ort übernachten. Das Pony im eigenen Paddock und ich auf der Luftmatratze im Anhänger. Es kam also der Freitag und ich fuhr recht entspannt mit vollgepacktem Auto und Pony im Hänger gen Gangelt. Am Gelände angekommen habe ich mich mit Auto, Hänger und Paddock direkt neben den schon stehenden Paddocks ausgebreitet. Was ich nicht wusste (und wenn, hätte ich es auch nicht als so gravierend eingeschätzt) war, dass Tyskes Paddock somit direkten Blick auf ein ca. 30 Meter entferntes Freigehege mit Straußen hatte. 


Und hier fing das Desaster nun an. Tyske fand die Straußen extrem schrecklich und war komplett außer sich. Sie konnte nicht fressen, nicht saufen und lief im Schritt und Trab praktisch Gräben in den Boden. Man sah ihr an, dass sie auch ernsthaft überlegte, ob sie nicht durch den Zaun gehen sollte. Die Strauße (3 Hennen und 1 Hahn) hingegen machten gar nichts Schlimmes. Sie sahen einfach aus wie Strauße, liefen wie Strauße und guckten, wie eben nur Strauße gucken können. Ich dachte mir, dass das Pony sich nicht anstellen soll und sie sich nun mal dran gewöhnen muss. Der obligatorische Gang zur Meldestelle und zur Voruntersuchung wurde absolviert. Wobei Tyske außer Sichtweite der Strauße zumindest etwas ruhiger wurde. Abends reisten dann auch noch einige bekannte von mir mit ihren Pferden an, mit denen ich einen gemütlichen Abend verbrachte. Das Straußenproblem schien sich überdies mit Einsetzen der Dunkelheit zu bessern, da auch die Straußen schlafen gingen und im hohen Gras liegend nicht mehr zu sehen waren.

Leider war die Verbesserung nur von kurzer Dauer. Sobald es morgens hell wurde und die Strauße wieder wach waren, ging der Stress wieder los. Tyske lief und lief und lief. Nur unterbrochen von Phasen des Hinstarrens und lautstark Prustens. Ich bekam das Pony einfach nicht beruhigt. Da leider keine Boxen mehr frei waren, habe ich dann den Paddock außer Sichtweite der Strauße in eine hintere, geschützte Ecke versetzt. Neben die Pferde meiner Bekannten. 


Hier war Tyske dann geringfügig ruhiger, lief die Gräben nur noch im Schritt und nahm ab und an einen Happen Heu. Aber wirklich gut war es auch da nicht. 

Ich hatte mittlerweile überlegt, ob ich überhaupt starten sollte. Tyske hatte ihr Kilometer wahrscheinlich schon längst absolviert und überhaupt gar nicht geschlafen. Nach Abwägen aller Fakten habe ich mich dann doch entschlossen, auf die Strecke zu starten. Ich hatte nämlich die Hoffnung, dass sie sich den Stress weg läuft und ruhiger wird. 




Alle Fotos: www.distanzcheck.de
Leider hat das nicht so geklappt, wie erhofft. Das Pony war schon am Start klatschnass und lief sich auf der Strecke weiter heiß. Das Piaffieren und Passagieren habe ich ja noch ausgesessen, als sie dann aber Ansätze zum Steigen machte, habe ich beschlossen, dass es das für uns war.
Ich habe also die markierte Strecke verlassen und bin dann auf dem kürzesten Weg zurück Richtung Start/Ziel. Statt der geplanten Strecke von 28 km (blaue Doppel-Runde) ritten wir somit nur die Ultra-Mini -Kurz-Distanz von ganzen 6 km (rote Runde).


Die diversen Streckenposten, die wir aus der falschen Richtung kommend passierten, musste ich immer beruhigen, dass bei Pferd und Reiter alles heil seien und wir keine Hilfe bräuchten. Es waren wirklich alle sehr bemüht um uns.

Wieder am Platz angekommen habe ich uns dann mal als "aufgegeben" zurück gemeldet und Tyske zum VetCheck gebracht. Ordnung muss sein und ich wollte schon eine offizielle Transportfreigabe bekommen.
Unter normalen Umständen wäre bis zur Siegerehrung da geblieben und hätte mir noch einen schönen Mittag gemacht, aber das Pony musste einfach nach hause. Daher habe ich Tyske noch auf dem Paddock zwischen geparkt und zügig meine Sachen zusammen geräumt. Der letzte Punkt, der mir noch Kopfschmerzen bereitete, war aber das Verladen. Ich war mir absolut nicht sicher, ob ich die maximal gestresste Tyske überhaupt auf den Anhänger bekommen würde. Erstaunlicherweise war das Verladen dann aber überhaupt gar kein Problem. Das Pony sah den Anhänger anscheinend als ihre Rettung an und stand schneller oben, als ich hinterher kam.

So wie an diesem Wochenende habe ich mein Pony noch NIE erlebt. Sie war absolut durch den Wind und hatte echte Panik. Selbst Sonntagabend stand sie immer noch unter Strom, montags war sie zum Glück wieder recht normal. 

Dienstag, 26. März 2013

Experiment missglückt!

So, nach nunmehr 17 Wochen ...


... sind heute wieder Eisen drauf gekommen. ;-(    


Leider wächst bei meinem Pony das Horn nicht so schnell nach, wie es sich im Alltag abläuft. Alltag heißt hierbei: auf den kurzen Wegen zur Weide, zum Putzplatz, zur Halle und jeweils wieder zurück. Ausgeritten sind wir in der Zeit ja nur 2 mal (jeweils nur kurz und mit Hufschuhen vorne) und auch alle Spaziergänge erfolgten nur mit Hufschuhen. Trotzdem waren die Hufe nun so kurz gelaufen, dass Tyske sogar in der Halle ggrd. fühlig lief. :-/

Es ist wirklich schade! Ihre Hornqualität ist eigentlich super (die Menge nur leider nicht) und mit den Hufschuhen sind wir auch beide gut klar gekommen. *seufz*

Dienstag, 19. Februar 2013

Ein Fjordianer kennt keinen Schmerz...


Mein Pony ist etwas Besonderes! Klar, wer ist davon nicht für sein Tier überzeugt. Leider hat das aber nicht immer nur positive Effekte…

Es fiel vor ein paar Wochen auf, dass Tyske sich beim Reiten auf der rechten Seite etwas fest machte. Biegung und Stellung rechts kamen nur langsam und ab und an verwarf sie sich am langen Zügel nach links. Das tut sie sonst nie. Ich schob es auf einen „schlechten Tag“ und schonte sie einige Tage. Beim Longieren konnte man dann das Gleiche beobachten: linke Hand ganz ok, rechte Hand Biegung/Stellung sehr unwillig. Hmm!?

Einige Tage später hatte ich Reitstunde und merkte beim ersten Traben: Das Pony läuft anders als sonst! Keineswegs lahm, aber irgendwie „unrund“. Ähnliches hatten wir im November schon einmal. Da hat die Osteopathin einige Blockaden gelöst und alles war wieder gut. Aber war es das wirklich? Die Reitsunde wurde abgebrochen und das Pony die nächsten Tage locker vorwärts-abwärts longiert, samt vorwärmen unter dem Solarium. Trotzdem wurde es nicht sichtbar besser sondern das Gangbild verschlechterte sich tageweise auch noch. Tyske lief zeitweise ohne jegliche Rückentätigkeit, die Hinterhand schlurft hinterher und der Schweif klemmte. So kenne ich mein fröhliches Pony doch nicht!

Also habe ich erneut einen Osteopathietermin für Tyske ausgemacht, mit dem Verdacht, dass der Rücken erneut verrenkt sei. Leider ist ein solcher Termin nicht immer kurzfristig zu bekommen (schon gar nicht im Rheinland über die Karnevalstage ;-) ), so dass wir ca. 1,5 Wochen bis dahin überbrücken mussten. Kurzentschlossen habe ich meine Freundin Vera Saddeler gefragt, ob in einem solchen Fall Akupunktur etwas Linderung verschaffen könnte. Dieses bejahte sie und bot sich direkt an, am Folgetag vorbei zu kommen.

Meine Bereiterin Steffi, meine Reitlehrerin Sabine und ich waren uns vom Bewegungsablauf des Ponys her recht einig, dass Tyskes Problem im wohl im Rücken sitzt. Vera war auch der Meinung, dass der Rücken nicht ok sei, aber im Prinzip sei das ganze Pferd auf der rechten Seite vom 1. Halswirbel bis zur Schweifwurzel hin komplett verspannt und verzogen. Sie könne da zwar mit der Akupunktur vorübergehend etwas den Schmerz herausnehmen, aber der Termin mit der Osteopathin sei unbedingt nötig. Auch sei sie nicht sicher, ob sich die Verspannung von vorne nach hinten oder umgekehrt ausgebreitet habe.

Letzte Woche Donnerstag war dann endlich die Osteopathin Jenny Maaßen da. Sie hat sich Tyske lange angesehen und sich einen sehr ausführlichen Vorbericht geben lassen. Wir mussten auf hartem Boden führen, danach wurde an der Longe vorgeführt. Der Schritt war wie immer unauffällig. Im Trab fing sie allerdings an, etwas taktunrein zu laufen. Zurück auf der Stallgasse wurde das Pony betastet, gebeugt und beäugt. Ergebnis der Untersuchung war, dass wir wohl ursprünglich gar kein Rückenproblem haben!
Anscheinend besteht ein Problem im rechten Vorderfuß, was zur Verspannung/Blockade der rechten Schulter führt. Das versucht das Pony über den diagonalen Fuß hinten links zu kompensieren, was wiederum den Rücken verspannt. Das Ursprungsproblem selbst besteht wahrscheinlich schon länger als wir die Symptome gesehen haben. Die Erläuterungen zu den Kompensationsmechanismen klangen für mich durchaus nachvollziehbar und plausibel im Hinblick auf das, was Tyske heute an Beschwerden zeigte. Fakt ist allerdings auch, dass zumindest Steffi, Sabine, Vera und ich jeden Eid geschworen hätten, dass dieses Pony nicht lahm ist und es auch bis zum vergangenen Donnerstag noch nicht einmal eine Taktunreinheit gezeigt hat.

Behandelt wurde Tyske bei diesem Termin nicht, da Frau Maaßen befürchtet, dass das Pony heftig lahmen wird, wenn wir die “stabilisierenden” Blockaden lösen, bevor das tatsächliche Problem beseitigt wurde.

Nächste Amtshandlung war daher, mit meiner Tierärztin einen Termin zur Untersuchung samt Röntgen aus zumachen. Der war dann gestern...

... sollte er aber!

Ergebnis des gestrigen Tages:

Ich habe ein deutlich lahmes Pony
mit einer wahrscheinlich schon länger bestehenden Problematik
am Hufgelenk vorne rechts.


Die Tierärztin Frau Deja hat sich das Pony auf hartem Boden vorführen lassen im Schritt und Trab, wo man aber nicht wirklich eine Lahmheit sehen konnte. Danach vortraben auf hartem Boden im engen Zirkel (am Führstrick), was dann schon deutlicher auf eine Lahmheit vorne hinwies. Bei der Beugeprobe war dann klar: Da ist was! Tyske hat sich schon beim Beugen so heftig versucht zu entziehen, dass sie fast auf dem Hintern sass und beim Vortraben war sie dann stocklahm. 

Als nächstes haben wir dann beide Füße geröntgt. Grundsätzlich sind die Knochen alle top ok und die Strahlbeine sehen auch sehr gut aus. Was bei 2 Bildern des rechten Beines auffiel, war eine kleine "wolkige" Verschattung im Bereich des Processus extensorius, also der oberen Spitze wo die Strecksehne ansetzt. Da scheint sich irgendetwas ablagern zu wollen, wahrscheinlich aufgrund einer Entzündung.



Anschließend gab es noch eine Leitungsanästhesie, nach welcher weder das Beugen noch das Vortraben Auffälligkeiten zeigte.

Als Behandlung hat Tyske jetzt Cortison und Hyaluronsäure ins Gelenk bekommen. Man konnte dabei auch sehen, dass deutlich zu viel Gelenksflüssigkeit im Gelenk war. Die sprudelte förmlich raus.

Einen Nachkontrolltermin haben wir nun für den 8. März. Bis dahin darf Tyske in der Führanlage laufen, spazieren gehen und gesittet aufs Paddock. Chondroitinsulfat als Ergänzungsfutter habe ich schon bestellt und morgen kommt die Osteopathin um dann hoffentlich den Rest vom Pony zu richten.

Ich hoffe, dass die Behandlung jetzt zügig anschlägt und auch dauerhaften Erfolg zeitigt. Ansonsten bin ich übrigens froh, letztes Jahr eine Pferde-OP-Versicherung abgeschlossen zu haben, die ggf. auch für die Kosten einer Arthroskopie aufkommen würde.

Warum kann dieses Pony denn nicht wie Millionen andere Pferde ganz normal lahmen, wenn sie was hat!? Dann wären wir da ja auch direkt mit der passenden Therapie dran gegangen.

Das glaubt einem jetzt doch kein Mensch, dass dieses Tier nicht einen Tag sichtbar lahm war...

Freitag, 8. Februar 2013

Die Skala der Investitionen

Bezüglich der Wichtigkeit von "Ausbildung" habe ich vor einiger Zeit das hier gefunden: 

Dieses Schild in Größe DIN A0 hängt außen an der Stallwand und ist im Prinzip das erste was man beim Betreten des Hofes sieht. Ich finde, DAS ist doch mal ein Statement!

Ergänzend dazu hat eine Freundin noch dieses gepostet:


Und auch diese Aussage ist unbestreitbar wahr!

Donnerstag, 7. Februar 2013

Exotisches

Gestern abend ist mir wieder einmal deutlich aufgefallen:

Ich bin ein Exot!

Von den ca. 6 Einstallern, die die Hufschuhanpassung mitbekommen haben, hatte sich genau einer mal im Internet über Hufschuh belesen, 2 hatten zumindest mal gehört, dass es so etwas gibt, und 3 völlig Verblüffte haben von mir einen Vortrag zum Thema "Hufschuhe: Wahn oder Wirklichkeit?" bekommen. Es ist keinesfalls so, als würde ich ausgegrenzt oder belächelt, aber immer wieder treffe ich auf völlige Verblüffung, was es denn außerhalb von Springen und Dressur so alles gibt.
Wanderreitsattel, Distanzsteigbügel, Reitkurse außerhalb, Kutsche fahren, Zirkuslektionen, Wander- und Distanzreiten: all das habe ich schon ausführlich erklären müssen, weil dessen Existenz einfach überhaupt nicht bekannt war Und das sind bei uns am Stall keinesfalls alles Sportreiter, sondern fast ausschließlich (mehr oder weniger ambitionierte) Freizeitreiter.


Ich finde es wirklich schade, das anscheinend so viel Menschen gar nicht aktiv interessiert, was auf der anderen Seite des Tellerrandes möglich wäre.

Montag, 8. Oktober 2012

Euregio

Schon erstaunlich!
Den Euregioritt gibt es nun seit ca. 20 Jahren und das war früher für mich als Schulpferdereiterin immer DER Ritt, den ich im Leben einmal machen wollte. Ohne wirkliche Perspektive steckt man seine Ziele eben auch nicht so hoch.
Als ich dann Jahre später meine Tyske bekommen habe, steckte es mir immer noch in der Nase: Ausreiten im Grenzwald und am Euregioritt teilnehmen, DAS wär’ was!

Da ich ja im Frühjahr 2010 nach ca. 15 Jahren Pause erst wieder mit dem Reiten angefangen hatte, war der Ritt für mich in dem Jahr natürlich noch immer nicht realisierbar. 30 km im Gelände!? Die Kondition hätte das Pony zwar vielleicht gehabt, aber ich auf keinen Fall! Zufällig bekam ich Anfang 2011 mit, das meine Reitlehrerin Sabine den Euregioritt jedes Jahr mitreitet und auch ein Feld anführt. Da ich mir nicht sicher war, das dort von mir vermutete Tempo mit dem Pony mithalten zu können, fragte ich zaghaft bei ihr an, ob man denn auch ein Ponyfeld einrichten könne. Möglich sei das, wurde mir gesagt. Wenn wir einen Gruppenführer hätten, könnten wir sogar ein eigenes Fjordfeld bekommen. Oha!  
Eine Rückfrage bei meiner befjordeten Bekannschaft ergab reges Interesse. Da ich ja durchaus gerne organisiere und den Standpunkt vertrete: Mach es selbst, dann weißt/bestimmst du wie es läuft!, habe ich mich also angeboten, die Führung des Fjord-/Ponyfeldes zu übernehmen. Super, noch nie an einem ähnlichen Ritt teilgenommen, aber schon ein Feld führen wollen…

Das Jahr 2011 hielt einige längere Ausritte für Tyske und mich bereit, so dass ich optimistisch war, auch den Euregioritt gut absolviert zu bekommen. Leider musste die Veranstaltung jedoch wegen Ausfällen im Organisationsteam abgesagt werden. Da wir uns aber schon mit mehreren Reitern verabredet und auf den gemeinsamen Ritt gefreut hatten, gab es dann für die interessierte Fjord-Bande eben kurzfristig ein Ersatzprogramm: den Euregio-Ersatz-Ritt 2011.  

Aber 2012, da muss es dann doch endlich klappen! Und tatsächlich, der Euregioritt 2012 fand wieder statt und ich habe ein Feld geführt. Es war auch ein total schöner Ritt , aber es war nicht mehr DER Ritt.  

Das Jahr hatte für mich mit dem Pony bis dahin schon so viele Höhepunkte gehabt. Wir hatten tolle Ausritte in der näheren Umgebung, sind am Meer geritten, haben in der Eifel einen Sternritt absolviert und sogar einen Distanzritt konnten wir in der Wertung beenden. Alles Dinge, die ich mir als Schulpferdereiter nie hätte träumen lassen.  

Auch in den nächsten Jahren werde ich (hoffentlich) den Euregioritt mitreiten und ein Feld führen. Ich habe ihn gerne als festen Punkt in meiner Jahresplanung, aber es ist nun nur noch ein Ausritt unter mehreren. Ein erreichtes Ziel.
Nun gibt es Perspektiven und die Ziele sind weiter gesteckt…

Sonntag, 3. Juli 2011

Harmonie

Folgendes, wie ich finde recht beeindruckendes, Zitat habe ich vor einiger Zeit im Internet gefunden. Eine bessere Beschreibung für mein Verhältnis zu meiner Tyske könnte ich mir nicht vorstellen…


Ein Pferd ist der Spiegel der Seele

Du musst Ruhe ausstrahlen,
um Ruhe genießen zu dürfen.
Du musst Vertrauen ausstrahlen,
um Vertrauen zu erhalten.
Wenn du ein Pferd findest,
das dir ähnlich ist, dann klappt
das Zusammenleben perfekt.

Du musst Gefallen finden
an seinen Schwächen,
an seinen Ecken und Kanten,
dann lebst du in Harmonie
mit deinem Pferd,
und auch mit dir selbst.

Theo Stamm

Montag, 13. Juni 2011

Tyske als Fohlen

Leider habe ich ja über den Züchter kein Fohlenfoto von Tyske bekommen können. Allerdings habe ich im Archiv des Fjordforums ein Foto von ihr (damals noch als „Tina“) auf der Fohlenschau 2005 in Erkelenz gefunden.  Sie erhielt dort die 1a Goldmedaille und wurde Gesamtsiegerin bei den Stutfohlen aller Rassen der Klasse B. :-))
Foto: Gerd Altmeier

Mittwoch, 30. März 2011

Kleiner Sittich und großes Kino

Ich hatte gestern einen Abend!

Es fing damit an, dass ich alleine Ausreiten war. (Eigentlich) eine 45-Minuten-Runde mit sehr viel Schritt über die Feldwege und einer schönen Trab-/Galopp-Strecke auf Gras. Das Wetter war schön, das Pony war sehr brav, alles war prima. Eigentlich!
Die Galoppstrecke endet (bei dieser Runde) an der am weitesten vom Stall entfernten Stelle. Dort angekommen bin ich durchpariert und habe Tyske im Schritt am langen Zügel Richtung Heimat schlendern lassen. Der Weg ist leicht befestigt und rechts und links mit dichtem Gebüsch begrenzt. Wir schlenderten so auf die nächste Kurve zu, da schoß plötzlich im flotten Trab eine Reiterin mit Großpferd um die ca. 200m entfernte Ecke. Das Pony erschrickt und springt fast aus dem Stand ca. 1,5m zur Seite. Da kam dann der Herr Newton ins Spiel.
Zuerst wirkte also das erste Newtonsche Gesetz von der Trägheit der Masse und dann das Newtonsche Gravitationsgesetz über die Erdanziehungskraft. Der Erfolg war, dass ich den (flügellahmen) Sittich machte und vom Pony plumpste. Das erste Mal übrigens seit ich Tyske habe. Ich bin halbwegs weich gefallen und trage auch immer einen Helm, so dass mir nicht passiert ist und ich mich auch direkt wieder aufrappelte. Das Pony flüchtete derweil in erster Aufregung in die dem Stall entgegen gesetzte Richtung. Zumindest für knappe 100m. Da blieb sie stehen und stellte fest, dass Aufregung wohl gar nicht nötig sei.

Da fing dann aber das große Kino an:

Tyske stand also ca. 100m von mir entfernt an der nächsten Weggabelung und schnoberte recht entspannt am Gras herum. Ich hab ein Leckerli aus der Tasche gezogen und bin ruhig auf sie zu, als das Pony plötzlich überlegte: Zuhause gibt’s jetzt doch Abendessen! Sie lief im Trab ein Stück den Weg hinein um dann völlig unaufgeregt an zu galoppieren und den direkten Weg (Luftlinie!) nach Hause einzuschlagen.
Sich erschrecken kann mal passieren, Frauchen verlieren kann mal passieren, aber alleine den Heimweg antreten ist gar nicht schön. Tyske ist vom Charakter her sehr selbstständig und das finde ich im Prinzip auch toll. Aber wenn sie in so einem Fall beschließt, lieber knappe 2 km alleine zum Stall zu laufen als bei der „Herde“ zu bleiben, ist das echt fies.
Besonders fies, da der von ihr gewählte direkte und kürzeste Weg nicht nur im Galopp über den Platz des hiesigen Golfclubs führte (betroffen waren die Flächen der Löcher 15 und 16 , wo ich sie auch noch sehen konnte) sondern sie auch noch die Bundesstraße kreuzen musste (wo ich sie dann nicht mehr sah, zum Glück aber auch nichts hörte).
Ich habe dann also zu Fuß die Verfolgung aufgenommen, was zunächst aufgrund der eindeutigen Abdrücke im Golfrasen auch nicht schwierig war und parallel versucht am Stall jemanden telefonisch zu erreichen. Ausgerechnet in solchen Situationen gehen natürlich nur die Mailboxen an und T-mobil muss mir unbedingt mitteilen, dass mein X-tra Guthaben nur noch 4,85 € beträgt.

An der Bundesstrasse angekommen, sah ich dann ein Auto mit Warnblinkanlage auf dem Seitenstreifen stehen. Vom Pony war nichts zusehen, aber das Auto sah auf die Entfernung aber auch nicht verunfallt aus. Als ich ankam stellte sich heraus, dass Tyske wohl vor dem Auto in zügigem Tempo die Bundesstraße überquert hat und weiter zielstrebig über die Felder in Richtung Stall lief. Passiert war nix. War ich froh, dass das Pony Widia-Stifte in den Eisen hat und daher auf Asphalt nicht rutscht.
Allerdings hatte der Autofahrer wegen des freilaufenden Ponys schon die Polizei am Telefon. Die wollten dann von mir wissen ob ich verletzt sei und zu welchem Reitstall das Pony gehöre. Als ich Ihnen mitteilte, dass es mir gut ginge, Tyske zielstrebig auf dem Weg zum Stall sei und dafür jetzt nur noch einen knappen Kilometer über die Felder müsse, war für die die Sache auch erledigt.
Der Autofahrer war so nett, mich bis zum Stall zu fahren, während ich immer noch versuchte dort jemanden zu erreichen. „Ihr X-tra Guthaben beträgt noch 3,69€!“

Am Stall angekommen lief ich dann den diversen Suchtrupps in die Arme. Das Pony war wohl im lockeren Trab, etwas geschwitzt und pumpend aber sonst cool im Hof angekommen. Daraufhin hatte man sich dann auf die Suche nach mir begeben.
Tyske war schon abgesattelt worden und lief in der Führanlage. Nachdem alle Suchtrupps zurück beordert waren und ich zum x.-Mal erzählt hatte was eigentlich passiert ist, habe ich mir dann Sattelzeug und Pony mal genauer betrachtet. Ergebnis: Alles ist heil geblieben, keine Kratzer, Schrammen oder sonstige Verletzungen. Da Tyske auf ihrem Weg weder panisch noch hektisch war, ist sie anscheinend weder irgendwo durchs Gebüsch geprescht, noch (zu) eng um irgendwelche Kurven oder Zäune herum.
Heute morgen bin ich dann vor der Arbeit noch eben zum Stall, um nachzusehen, ob bei ihr womöglich über Nacht noch irgendwas dick oder heiß geworden ist. Sie hat sich gewundert mich so früh zu sehen, hat den mitgebrachten Apfel gerne entgegengenommen und war ansonsten fit! Beim Golfplatz habe ich gerade auch angerufen und die Teilzerstörung des heiligen Rasens gebeichtet Da muss der Greenkeeper erstmal gucken gehen, aber die machten nicht den Eindruck, dass sie meine Versicherung in Anspruch nehmen wollten.

Zu dem „Auslöser“ der Situation, der entgegenkommenden Reiterin, ist zu sagen, dass es sich um ein 16jähriges Mädel aus unserem Stall handelt. Als ich gefallen bin ist sie zwar abgestiegen, mir helfen konnte sie in dem Moment aber ja auch nicht. Sie ist also wieder zum Stall zurückgeritten, wobei sie aber natürlich langsamer war als ich im Auto. Sie ist es ja nicht wirklich Schuld, aber leider neigt sie generell zur Unbedachtheit. Ich hoffe mal, dass sie in Zukunft vielleicht wenigstens an uneinsehbaren Stellen langsamer/aufmerksamer reitet.


Tja, das war also mein großes Kino, aber es ist zum Glück gar nichts passiert!

Hier die Karte für "Tyske on the Run"

Freitag, 12. November 2010

Früher...

... hat mir mal jemand erklärt, "richtig" reiten lerne man erst mit dem eigenen Pferd. Ich habe es damals nicht geglaubt, aber mittlerweile stelle ich fest: Es stimmt!
Heute hatte ich eine ausgesprochen lehr- und erfolgreiche Reitstunde. So schön (im Sinne von korrekt) wie heute bin ich bisher noch nie geritten. Auch nicht vor meiner jahrelangen Reitpause. Soll man sich da nun freuen oder schämen?
:-/
Ich glaub', ich freu' mich einfach mal!
:-))

Sonntag, 7. November 2010

Kaum macht man es richtig, ...

Nichts spannendes, aber ein bisschen was Neues gibt es trotzdem:

Tyske ist nach wie vor einmal in der Woche in Beritt und macht sich dabei immer noch gut. Ich habe ja dieses Jahr im Mai nach ca. 15 Jahren wieder mit dem Reiten angefangen und wurde dabei von meiner Bereiterin/Reitlehrerin Steffi unterstützt. Mittlerweile reite ich das Pony 1-2 mal in der Woche und komme mit der Maus wirklich gut klar. Da Tyske es mit mir im wahrsten Sinne des Wortes nicht leicht hat, ist mir jedoch sehr daran gelegen, ihre Belastung zumindest durch korrektes dressurmäßiges Reiten möglichst gering zu halten. Zu behaupten ich wäre beim Reiten völlig talentfrei ist vielleicht übertrieben - ich kann nämlich wirklich sehr gut Schritt geradeaus reiten *gröhl* - aber ich reite definitiv mit mehr Leidenschaft als Talent. Also ist für eine ordentliche Gymnastizierung von Pony und mir eine qualifizierte Anleitung von Nöten. Da Steffi leider nachmittags völlig ausgebucht ist, haben wir leider keine regelmäßige Reitstunde miteinander terminiert bekommen. Allerdings bot sich die Gelegenheit, bei meiner Stallkollegin Sabine wöchentlich Unterricht zu bekommen. Sabine ist Trainer C und passt wirklich gut zu Tyske und mir. Ich genieße jetzt das erste Mal in meinem Reiterleben richtigen Einzelunterricht und bin restlos begeistert. Früher habe ich auf Schulpferden (klar!) und RB-Pferden im besten Fall Kleingruppenunterricht (≥3 Reiter) bekommen und stelle jetzt fest, dass ich nie richtig gelernt habe ein Pferd zu arbeiten *schock*.

Ich habe das Glück, dass Tyske im Prinzip wirklich leicht zu reiten ist und auf korrekte Hilfengebung auch prompt reagiert. Mir geht im Moment noch ein bisschen das Gefühl für's richtige Timing ab, aber dank Sabines Hilfe hat sich das in kurzer Zeit doch schon merklich verbessert. Auch fällt mir auf, dass ich den Trab mittlerweile bevorzugt aussitze und mich nicht wie früher gerne ins leichttraben flüchte. Heute hatte ich dann z.B. das Erfolgserlebnis, dass ich Tyske zwei wirklich nette Zirkelrunden lang korrekt am äußeren Zügel geritten bekommen habe. *freu*

Wie heißt es so schön:
"Kaum macht man es richtig, schon klappt's!" *breitgrins*

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Premiere

Heute habe ich tatsächlich das erste Mal ohne Sattel und Trense auf (m)einem Pferd gesessen.
War DAS toll! *freu*

Freitag, 11. Juni 2010

Schon ein Jahr ...

... habe ich Tyske jetzt. *staun*
Genau heute vor einem Jahr habe ich meine Graue gekauft und beim Züchter abgeholt. Erstaunlich, wie schnell so ein Jahr vorbei geht. Andererseits kann ich mir aber das Leben ohne mein Pony gar nicht mehr vorstellen. Hoffentlich bleibt sie mir noch gaaaanz lange erhalten.

Freitag, 6. November 2009

Wieder zuhause

Heute haben wir das Pony wieder nach Hause geholt. *freu*
Hier angekommen durfte sie direkt zu ihrer Stallkollegin Marshmallow auf die Wiese. Obwohl die Beiden manchmal durchaus Meinungsverschiedenheiten haben, gab es keinerlei Probleme. Einmal kurz beschnobert, "Ah, du bist das!", und die Damen zogen Seite an Seite zum leckeren Gras. Es dauerte aber nicht all zu lange, bis Tyske ein schön matschige Stelle zum Wälzen gefunden hat.
Sie hat sich dabei so eingesaut, dass ich sie anschließend komplett waschen musste. Im Anschluss daran hatte Madam Premiere unter dem Solarium. War aber langweilig. ;-)