Dienstag, 19. Februar 2013

Ein Fjordianer kennt keinen Schmerz...


Mein Pony ist etwas Besonderes! Klar, wer ist davon nicht für sein Tier überzeugt. Leider hat das aber nicht immer nur positive Effekte…

Es fiel vor ein paar Wochen auf, dass Tyske sich beim Reiten auf der rechten Seite etwas fest machte. Biegung und Stellung rechts kamen nur langsam und ab und an verwarf sie sich am langen Zügel nach links. Das tut sie sonst nie. Ich schob es auf einen „schlechten Tag“ und schonte sie einige Tage. Beim Longieren konnte man dann das Gleiche beobachten: linke Hand ganz ok, rechte Hand Biegung/Stellung sehr unwillig. Hmm!?

Einige Tage später hatte ich Reitstunde und merkte beim ersten Traben: Das Pony läuft anders als sonst! Keineswegs lahm, aber irgendwie „unrund“. Ähnliches hatten wir im November schon einmal. Da hat die Osteopathin einige Blockaden gelöst und alles war wieder gut. Aber war es das wirklich? Die Reitsunde wurde abgebrochen und das Pony die nächsten Tage locker vorwärts-abwärts longiert, samt vorwärmen unter dem Solarium. Trotzdem wurde es nicht sichtbar besser sondern das Gangbild verschlechterte sich tageweise auch noch. Tyske lief zeitweise ohne jegliche Rückentätigkeit, die Hinterhand schlurft hinterher und der Schweif klemmte. So kenne ich mein fröhliches Pony doch nicht!

Also habe ich erneut einen Osteopathietermin für Tyske ausgemacht, mit dem Verdacht, dass der Rücken erneut verrenkt sei. Leider ist ein solcher Termin nicht immer kurzfristig zu bekommen (schon gar nicht im Rheinland über die Karnevalstage ;-) ), so dass wir ca. 1,5 Wochen bis dahin überbrücken mussten. Kurzentschlossen habe ich meine Freundin Vera Saddeler gefragt, ob in einem solchen Fall Akupunktur etwas Linderung verschaffen könnte. Dieses bejahte sie und bot sich direkt an, am Folgetag vorbei zu kommen.

Meine Bereiterin Steffi, meine Reitlehrerin Sabine und ich waren uns vom Bewegungsablauf des Ponys her recht einig, dass Tyskes Problem im wohl im Rücken sitzt. Vera war auch der Meinung, dass der Rücken nicht ok sei, aber im Prinzip sei das ganze Pferd auf der rechten Seite vom 1. Halswirbel bis zur Schweifwurzel hin komplett verspannt und verzogen. Sie könne da zwar mit der Akupunktur vorübergehend etwas den Schmerz herausnehmen, aber der Termin mit der Osteopathin sei unbedingt nötig. Auch sei sie nicht sicher, ob sich die Verspannung von vorne nach hinten oder umgekehrt ausgebreitet habe.

Letzte Woche Donnerstag war dann endlich die Osteopathin Jenny Maaßen da. Sie hat sich Tyske lange angesehen und sich einen sehr ausführlichen Vorbericht geben lassen. Wir mussten auf hartem Boden führen, danach wurde an der Longe vorgeführt. Der Schritt war wie immer unauffällig. Im Trab fing sie allerdings an, etwas taktunrein zu laufen. Zurück auf der Stallgasse wurde das Pony betastet, gebeugt und beäugt. Ergebnis der Untersuchung war, dass wir wohl ursprünglich gar kein Rückenproblem haben!
Anscheinend besteht ein Problem im rechten Vorderfuß, was zur Verspannung/Blockade der rechten Schulter führt. Das versucht das Pony über den diagonalen Fuß hinten links zu kompensieren, was wiederum den Rücken verspannt. Das Ursprungsproblem selbst besteht wahrscheinlich schon länger als wir die Symptome gesehen haben. Die Erläuterungen zu den Kompensationsmechanismen klangen für mich durchaus nachvollziehbar und plausibel im Hinblick auf das, was Tyske heute an Beschwerden zeigte. Fakt ist allerdings auch, dass zumindest Steffi, Sabine, Vera und ich jeden Eid geschworen hätten, dass dieses Pony nicht lahm ist und es auch bis zum vergangenen Donnerstag noch nicht einmal eine Taktunreinheit gezeigt hat.

Behandelt wurde Tyske bei diesem Termin nicht, da Frau Maaßen befürchtet, dass das Pony heftig lahmen wird, wenn wir die “stabilisierenden” Blockaden lösen, bevor das tatsächliche Problem beseitigt wurde.

Nächste Amtshandlung war daher, mit meiner Tierärztin einen Termin zur Untersuchung samt Röntgen aus zumachen. Der war dann gestern...

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